Am Einzugstag dokumentierst du den Zustand der Wohnung: Zählerstände ablesen, Schäden fotografieren, Schlüssel zählen und das Übergabeprotokoll nur mit allen Mängeln und ausdrücklichem Vorbehalt unterschreiben. Einiges startest du besser schon vor dem Einzug: Strombelieferung, Internet, Nachsendeauftrag, Hausratversicherung und die Mitteilung an Stellen, die dir laufende Leistungen zahlen. In der ersten Woche meldest du dich um (Frist: zwei Wochen, dafür brauchst du die Wohnungsgeberbestätigung) und aktualisierst unverzüglich Kfz-Halteranschrift und Rundfunkbeitrag. Im ersten Monat folgen Abos, Daueraufträge, Steuerbelege und eine Bilanz zu Mängeln. Diese Einzug-neue-Wohnung-Checkliste ordnet alles in vier Phasen.
Der Umzug selbst liegt noch vor dir? Was er kostet, kannst du vorab mit dem Umzugskostenrechner überschlagen.
Vor dem Einzug: Was du vorher regeln solltest
Viele Aufgaben beginnen nicht erst am Umzugstag, sondern schon Wochen vorher. Wer früh plant, vermeidet Lücken bei Strom, Internet und Versicherung.
- Einzugstermin und Schlüsselübergabe mit dem Vermieter abstimmen und schriftlich festhalten
- Mietzahlung und gegebenenfalls Kaution vorbereiten: Richte die Mietzahlung nach den vereinbarten Fälligkeiten ein. Eine vereinbarte Geldkaution darfst du in drei gleichen Monatsraten zahlen (§ 551 BGB). Die erste Rate ist zu Beginn des Mietverhältnisses fällig, die weiteren mit den unmittelbar folgenden Mietzahlungen.
- Übergabe der alten Wohnung vorbereiten: Mängel dokumentieren, Protokoll mitnehmen (Vorlage im Übergabeprotokoll-Muster)
- Umzugsfirma oder Helfer organisieren und bei Bedarf ein Halteverbot für den Umzug beantragen. Die Gebühren legt jede Stadt selbst fest.
- Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post einrichten (Details unten)
- Alte Verträge prüfen: Strom- und Gasverträge außerhalb der Grundversorgung kannst du bei einem Wohnsitzwechsel grundsätzlich mit sechs Wochen Frist kündigen (§ 41b EnWG). Das gilt nicht, wenn dein Anbieter dir innerhalb von zwei Wochen nach der Kündigung in Textform anbietet, dich an der neuen Adresse zu unveränderten Bedingungen weiter zu beliefern. Teile ihm dafür deine neue Anschrift mit. Für Internetverträge gilt § 60 TKG (siehe Abschnitt zum Internet).
- Stromvertrag für die neue Wohnung abschließen, und zwar vor dem Einzug (siehe Abschnitt zu den Zählerständen)
- Internet für die neue Adresse beauftragen, damit der Anschluss zum Einzug läuft
- Leistungsstellen informieren: Beziehst du laufende Leistungen, zum Beispiel von Familienkasse, Jobcenter oder BAföG-Amt, teile den Umzug den zuständigen Stellen unverzüglich mit, sobald er feststeht. Warte damit nicht bis zur Monatsrunde und informiere jede Stelle gesondert.
- Neue Schule oder Kita für Kinder anmelden, falls zutreffend
- Wohnungsgeberbestätigung schon bei der Schlüsselübergabe beim Vermieter anfordern
Einzugstag-Checkliste: Was du sofort erledigen musst
Der erste Tag in der neuen Wohnung ist wichtig für spätere Streitfragen mit dem Vermieter. Wenn Schäden nicht dokumentiert sind, wird es schwer zu belegen, dass sie schon vor deinem Einzug da waren.
Zählerstände ablesen und fotografieren
Notiere beim Einzug die Stände von Strom-, Gas- und Wasserzähler (und ggf. Heizung) und mach jeweils ein Foto mit Zählernummer und Datum. Teile dem Versorger Zählernummer, Übergabedatum und Zählerstand mit. Ohne notierten Stand kann es passieren, dass dir Verbrauch des Vormieters zugerechnet wird. Die Fotos dienen als Nachweis. Den bisherigen Versorger nennt dir meist der Vermieter.
Vereinbare die Belieferung am besten schon vor dem Einzug. Entnimmst du in der neuen Wohnung Strom, ohne dass eine andere Belieferung vereinbart ist, kommt regelmäßig ein Grundversorgungsvertrag zustande. Dieser kann teurer sein als ein passender Sondertarif. Ein später abgeschlossener Vertrag gilt nicht rückwirkend. Den Vertrag des Vormieters übernimmst du nicht. Ein Tarifvergleich lohnt sich. Mehr dazu: Strom beim Umzug ummelden.
Einen Gasanbieter wählst du nur selbst, wenn du eigener Gaskunde bist, etwa bei einer Gasetagenheizung (Gas beim Umzug ummelden). Bei einer zentralen Heizung und beim Wasser kümmert sich meist der Vermieter oder die Hausverwaltung. Die Zählerstände dokumentierst du trotzdem.
Schlüssel zählen und quittieren lassen
Zähle alle übergebenen Schlüssel: Wohnung, Briefkasten, Keller, Garage, Haustür. Lass dir die Anzahl im Übergabeprotokoll festhalten. Wohnen mehrere Personen in der Wohnung, sollte jede einen eigenen Schlüssel bekommen. Sprich das am besten schon vor der Übergabe an. Bring außerdem Namensschilder an Briefkasten und Klingel an, damit Post ankommt.
Schäden fotografieren und dokumentieren
Geh jeden Raum systematisch durch. Fotografiere Kratzer, Risse, Flecken, defekte Steckdosen und kaputte Fliesen. Teste Heizung, Warmwasser, Fenster, Türen und Steckdosen auf Funktion und prüfe den Internetzugang. Das Übergabeprotokoll hält fest, in welchem Zustand die Wohnung übergeben wurde, und ist später ein wichtiges Beweismittel. Trage jeden Mangel ein, den du findest.
Prüfe auch die Rauchwarnmelder. Sie sind in allen Bundesländern vorgeschrieben. Wer sie installiert und wartet, regeln Landesrecht und Mietvertrag.
Ein bloßer Eintrag ersetzt keinen Vorbehalt. Wer einen bekannten Mangel ohne Vorbehalt akzeptiert, kann Rechte verlieren (§ 536b BGB). Erkläre deshalb bei der Übernahme ausdrücklich: „Die Wohnung wird hinsichtlich der aufgeführten Mängel unter Vorbehalt meiner gesetzlichen Mängelrechte übernommen.“ Prüfe, dass im Protokoll keine gegenteilige Erklärung wie „mangelfrei übernommen“ steht.
Entdeckst du später weitere Mängel, zeige sie dem Vermieter unverzüglich an, also ohne schuldhaftes Zögern. Nutze zur Beweissicherung möglichst Textform, etwa eine E-Mail, und füge bei sichtbaren Schäden Fotos bei.
Beispiel (fiktiv): Eine Mieterin entdeckt beim Einzug einen Wasserfleck an der Schlafzimmerdecke. Sie fotografiert ihn, lässt ihn ins Übergabeprotokoll eintragen und schickt dem Vermieter zusätzlich eine E-Mail. Verlangt der Vermieter später Schadensersatz dafür, kann sie mit Protokoll und Fotos belegen, dass der Fleck schon beim Einzug da war.
Einzugstag-Checkliste auf einen Blick
| Aufgabe | Wann | Wichtig |
|---|---|---|
| Zählerstände notieren + fotografieren | Sofort | Strom, Gas, Wasser |
| Schlüssel zählen und quittieren | Sofort | Alle Schlüsseltypen |
| Schäden fotografieren | Sofort | Jeden Raum einzeln |
| Heizung, Fenster, Steckdosen, Rauchwarnmelder prüfen | Sofort | Mängel ins Protokoll |
| Übergabeprotokoll prüfen + unterschreiben | Sofort | Mit allen Mängeln und Vorbehalt |
| Strom: Belieferung vereinbaren, Zählerstand mitteilen | Vertrag vor dem Einzug, Zählerstand am Übergabetag | Zählernummer, Datum, Foto |
| Vermieter über später entdeckte Mängel informieren | Unverzüglich nach Entdeckung | Textform, mit Fotos |
Erste-Woche-Checkliste: Bürokratie sofort anpacken
In der ersten Woche stehen die Ummeldungen an. Wer hier trödelt, riskiert ein Bußgeld und Lücken im Versicherungsschutz. Nachsendeauftrag, Internet und Hausratversicherung solltest du möglichst schon vor dem Einzug anstoßen.
Ummeldung beim Einwohnermeldeamt
Nach § 17 Bundesmeldegesetz musst du dich innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug anmelden. Die Frist gilt bundesweit. Bei Versäumnis droht ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro (§ 54 BMG). Du brauchst ein gültiges Ausweisdokument und eine Bestätigung des Wohnungsgebers oder einer von ihm beauftragten Person (§ 19 BMG). Manche Meldebehörden verlangen zusätzlich ein Anmeldeformular. Welche Unterlagen genau nötig sind, steht im Ratgeber Was brauche ich für die Ummeldung?. Ob du einen Termin brauchst oder online anmelden kannst, hängt von deiner Stadt ab.
Der Wohnungsgeber muss dir den Einzug innerhalb von zwei Wochen bestätigen (§ 19 BMG). Bei einer Mietwohnung ist das meist der Vermieter, bei Untermiete der Hauptmieter. Du bekommst eine schriftliche Bestätigung oder, wenn er elektronisch an die Meldebehörde meldet, ein Zuordnungsmerkmal. Erhältst du die Bestätigung nicht rechtzeitig, informiere unverzüglich die Meldebehörde.
Lass im Zuge der Ummeldung auch die Anschrift auf deinem Personalausweis aktualisieren. Bei einer Online-Anmeldung beachtest du die Hinweise der Behörde zu Adressaufkleber und Ausweis-Chip. Das Finanzamt erhält von der Ummeldung keine automatische Mitteilung. Gib ihm deine neue Adresse deshalb selbst durch.
Internet anmelden
Hast du einen laufenden Vertrag, nutze den Umzugsservice deines Anbieters. Prüfe zuerst, ob er die vertraglich vereinbarte Leistung an der neuen Adresse anbieten kann. Bietet er sie nicht an, kannst du mit einer Frist von einem Monat kündigen (§ 60 TKG), bei rechtzeitiger Kündigung bereits zum Auszug. Kannst und willst du den Vertrag weiterführen, bleiben Laufzeit und sonstige Vertragsinhalte unverändert, allein wegen des Umzugs beginnt keine neue Laufzeit. Ein verlangtes Umzugsentgelt darf nicht höher sein als das Entgelt für einen Neuanschluss. Wie lange die Freischaltung dauert, hängt vom Anbieter und von der Anschlusstechnik ab. Beauftrage den Umzug deshalb möglichst schon vor dem Einzug. Ohne Vorvertrag lohnt sich ein Tarifvergleich für deine Adresse. Mehr dazu: Internet beim Umzug ummelden.
Versicherungen aktualisieren
Informiere deine Hausratversicherung möglichst vorab. Nach vielen Bedingungen ist die Anzeige spätestens bei Umzugsbeginn nötig. Bei der Hausratversicherung ist der Versicherungsort die Wohnung. Gib deshalb die neue Anschrift und die Wohnfläche an. Ohne Anpassung droht bei größerer Wohnfläche Unterversicherung, dann zahlt die Versicherung im Schadensfall unter Umständen nur anteilig. Nach vielen Versicherungsbedingungen geht der Schutz auf die neue Wohnung über, und während einer begrenzten Übergangszeit sind beide Wohnungen versichert. Wie lange die alte Wohnung mitversichert bleibt und welche Schäden während des Transports gedeckt sind, prüfst du getrennt in deinen Bedingungen. Prüfe dort auch, ob du bei einer Beitragserhöhung durch den Umzug ein Sonderkündigungsrecht hast.
Haftpflicht- und gegebenenfalls Rechtsschutzversicherung meldest du zeitnah und nach den jeweiligen Vertragsbedingungen um. Bei der Kfz-Versicherung kann sich der Beitrag durch eine andere Regionalklasse ändern. Teile auch deiner Krankenkasse oder privaten Krankenversicherung die neue Anschrift mit, etwa über das Kundenportal (Krankenversicherung beim Umzug ummelden).
Nachsendeauftrag einrichten
Mit dem Nachsendeauftrag der Deutschen Post wird Briefpost von der alten an die neue Adresse weitergeleitet. Privat läuft er sechs Monate und kostet 31,90 Euro online oder 34,90 Euro in der Filiale (Stand: Oktober 2026). Beauftrage den regulären Auftrag direkt bei der Deutschen Post, mindestens fünf Werktage vor dem gewünschten Beginn, möglichst schon vor dem Umzug. Nach dem Einzug prüfst du, ob die Nachsendung funktioniert.
Der Nachsendeauftrag ersetzt keine Adressänderung. Pakete werden seit dem 1. Juli 2024 nicht nachgesendet, und auch bei Briefen gibt es Ausnahmen, etwa wenn der Absender eine Nachsendung ausschließt. Ändere deshalb die Lieferadresse bei Onlineshops und Paketdiensten sowie bei wichtigen Absendern und Behörden direkt.
Kfz-Zulassung und Führerschein aktualisieren
Wer ein Fahrzeug hat, muss die neue Adresse der Zulassungsbehörde unverzüglich mitteilen (§ 15 FZV). Warte damit nicht bis zum Ende des Monats. Dein Kennzeichen kannst du in der Regel behalten, auch bei einem Wechsel des Zulassungsbezirks. Viele Behörden bieten die Adressänderung online an. Ob und welche Gebühr anfällt, erfährst du bei deiner Zulassungsbehörde. Beim Kartenführerschein ist keine Adresse eingetragen, er bleibt unverändert. Mehr dazu: Auto nach dem Umzug ummelden.
Rundfunkbeitrag ummelden
Teile dem Beitragsservice den Umzug unverzüglich mit, etwa online unter rundfunkbeitrag.de. Der Beitrag fällt grundsätzlich einmal pro Wohnung an. Zieht ihr zusammen, muss für die neue Wohnung nur ein Rundfunkbeitrag gezahlt werden. Eine Person meldet die Wohnung an oder ihr bestehendes Beitragskonto um. Weitere bisherige Beitragskonten können unter Angabe des zahlenden Beitragskontos abgemeldet werden. Ziehst du in eine Wohnung, für die schon Beitrag gezahlt wird, meldest du dein eigenes Konto entsprechend ab. Details: Rundfunkbeitrag nach dem Umzug ummelden.
Erste-Woche-Checkliste
| Aufgabe | Frist / empfohlener Zeitpunkt |
|---|---|
| Wohnungsgeberbestätigung anfordern | Schon bei der Schlüsselübergabe |
| Ummeldung Einwohnermeldeamt | Innerhalb von 2 Wochen nach Einzug (gesetzliche Frist) |
| Internet-Umzug / neuen Vertrag abschließen | So früh wie möglich, am besten vor dem Einzug |
| Hausratversicherung informieren | Möglichst vorab, nach vielen Bedingungen spätestens bei Umzugsbeginn |
| Haftpflicht-, Kfz- und Rechtsschutzversicherung | Zeitnah, nach Vertragsbedingungen |
| Krankenkasse neue Adresse mitteilen | Zeitnah |
| Nachsendeauftrag Deutsche Post | Mindestens fünf Werktage vor Beginn, möglichst vor dem Umzug |
| Kfz-Halteranschrift ändern | Unverzüglich |
| Rundfunkbeitrag ummelden | Unverzüglich |
| Arbeitgeber neue Adresse mitteilen | Zeitnah, empfohlen in der ersten Woche |
| Bank, Kreditkarten, Depots: neue Adresse melden | Zeitnah, empfohlen in der ersten Woche |
| Finanzamt neue Adresse mitteilen | Zeitnah |
Erste-Monat-Checkliste: Was du danach regelst
Im ersten Monat geht es um Stellen, die du leicht vergisst, und um die erste Bilanz zur Wohnung.
Abbuchungen und Abos umstellen
Geh deine regelmäßigen Zahlungen durch: Streaming-Dienste, Fitnessstudio, Zeitungsabos, Daueraufträge und Lastschriften. Teile die neue Adresse jedem Anbieter mit und aktualisiere Liefer- und Rechnungsadressen. Stellen, die dir laufende Leistungen zahlen, solltest du schon vor dem Einzug informiert haben (siehe oben). Wem du deine Adresse sonst noch mitteilen solltest, zeigt die Liste Wer muss meine neue Adresse bekommen?.
Mängelrunde nach etwa 30 Tagen
Nach einem Monat weißt du meist, was in der Wohnung nicht stimmt: ziehende Fenster, Schimmel im Bad, eine klappernde Heizung. Der Vermieter muss die Wohnung in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand halten (§ 535 BGB). Du musst Mängel unverzüglich anzeigen (§ 536c BGB), also ohne schuldhaftes Zögern. Warte nicht auf die Monatsrunde, sondern melde einen Mangel, sobald du ihn bemerkst. Nutze dafür möglichst Textform, etwa eine E-Mail, und füge Fotos bei, damit du es später belegen kannst.
Umzugsbelege für die Steuer aufheben
Bewahre Rechnungen und Zahlungsbelege auf. Bei privaten Umzügen kannst du die Arbeitskosten einer Umzugsfirma nach § 35a EStG geltend machen. Die Steuerermäßigung beträgt 20 % der begünstigten Arbeitskosten. Für alle begünstigten Leistungen nach § 35a Abs. 2 EStG zusammen gilt ein Höchstbetrag von 4.000 Euro pro Jahr, nicht zusätzlich je Umzug. Voraussetzung sind eine Rechnung und die unbare Zahlung auf das Konto des Dienstleisters.
Bei beruflich veranlassten Umzügen können Arbeitnehmer Umzugskosten als Werbungskosten absetzen. Für sonstige Umzugsauslagen gibt es eine Pauschale: 964 Euro für die berechtigte Person und jeweils 643 Euro für den mitumziehenden Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner sowie für ledige Kinder, Stief- und Pflegekinder, die nach dem Umzug mit ihr in häuslicher Gemeinschaft leben. Ein unverheirateter Partner zählt nicht allein aufgrund der Partnerschaft zu diesem Personenkreis. Hattest du vorher keine eigene Wohnung oder richtest du anschließend keine ein, beträgt die Pauschale grundsätzlich 193 Euro. Maßgeblich ist der Tag vor dem Einladen des Umzugsguts. Er muss nach dem 29. Februar 2024 liegen (Stand: Oktober 2026, für 2026 bisher unverändert). Bei doppelter Haushaltsführung gilt die Pauschale nicht. Was dir dein Arbeitgeber steuerfrei erstattet, kannst du nicht nochmals als Werbungskosten abziehen. Was der Umzug insgesamt kostet, kannst du im Umzugskostenrechner nachrechnen.
Das gehört ins Übergabeprotokoll
Bei der Wohnungsübergabe dokumentierst du den tatsächlichen Zustand und die übergebenen Schlüssel. Übergabedatum und vereinbarter Mietbeginn können voneinander abweichen. Ein Protokoll sollte diese Punkte enthalten: Zustand aller Räume, Zustand von Fenstern und Türen, Funktion von Heizung und Elektrik, Anzahl der übergebenen Schlüssel und die Zählerstände. Lass dir eine Kopie mit Unterschrift beider Seiten geben. Unterschreibe nichts, was du nicht selbst geprüft hast.
Tipp: Speichere die Checkliste als Foto auf dem Handy. So hast du sie auch am stressigen Umzugstag griffbereit.
Häufige Fragen
Was muss ich am Einzugstag als Erstes tun?
Zählerstände ablesen und fotografieren, Schlüssel zählen und das Übergabeprotokoll mit allen Mängeln und ausdrücklichem Vorbehalt unterschreiben. Dokumentiere Schäden sofort. Das schützt dich später.
Wie lange habe ich Zeit, mich nach dem Einzug umzumelden?
Nach dem Bundesmeldegesetz (§ 17 BMG) musst du dich innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug anmelden. Bei Versäumnis droht ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro (§ 54 BMG). Du brauchst dafür die Bestätigung des Wohnungsgebers oder einer von ihm beauftragten Person.
Welche Dokumente brauche ich für die Ummeldung?
Du brauchst ein gültiges Ausweisdokument, am besten den Personalausweis, und die Wohnungsgeberbestätigung, meist vom Vermieter. Manche Meldebehörden verlangen zusätzlich ein Anmeldeformular. Bekommst du die Bestätigung nicht rechtzeitig, informiere die Meldebehörde unverzüglich.
Was passiert, wenn ich Schäden nicht im Übergabeprotokoll eingetragen habe?
Ein fehlender Protokolleintrag allein beseitigt deine Rechte nicht. Entscheidend ist aber, wann du den Mangel kanntest. Übernimmst du die Wohnung trotz eines bekannten Mangels ohne Vorbehalt, können insbesondere Mietminderung und Schadensersatz (§§ 536, 536a BGB) ausgeschlossen sein (§ 536b BGB). Bei erst später entdeckten Mängeln musst du sie unverzüglich anzeigen (§ 536c BGB), am besten in Textform, etwa per E-Mail, und mit Fotos. War dir der Mangel schon bei Vertragsschluss bekannt, gelten zusätzliche Einschränkungen.
Wie richte ich einen Nachsendeauftrag ein und was kostet er?
Bei der Deutschen Post, online oder in der Filiale. Der Auftrag leitet Briefe von der alten an die neue Adresse weiter. Beauftrage den regulären Auftrag mindestens fünf Werktage vor dem gewünschten Beginn, möglichst schon vor dem Umzug. Privat läuft er sechs Monate und kostet 31,90 Euro online oder 34,90 Euro in der Filiale (Stand: Oktober 2026). Pakete werden nicht nachgesendet, und auch bei Briefen gibt es Ausnahmen. Ändere wichtige Absenderadressen deshalb zusätzlich direkt.
Muss ich Strom und Gas beim Einzug selbst regeln?
Beim Strom ja. Vereinbare die Belieferung möglichst vor dem Einzug und teile am Übergabetag Zählernummer, Datum und Zählerstand mit. So wird der Verbrauch korrekt dir zugeordnet. Entnimmst du Strom, ohne dass eine andere Belieferung vereinbart ist, kommt regelmäßig ein Grundversorgungsvertrag zustande. Der kann teurer sein als ein Sondertarif. Einen Gasanbieter wählst du nur selbst, wenn du eigener Gaskunde bist, etwa bei einer Gasetagenheizung. Bei einer Zentralheizung regelt das der Vermieter.
Muss ich nach dem Einzug auch mein Auto ummelden?
Ja. Die neue Adresse musst du der Zulassungsbehörde unverzüglich mitteilen (§ 15 FZV). Dein Kennzeichen kannst du auch bei einem Wechsel des Zulassungsbezirks behalten. Ob und welche Gebühr anfällt, erfährst du bei der Zulassungsbehörde.
Was passiert mit meiner Hausratversicherung beim Umzug?
Du musst den Umzug und die neue Wohnfläche melden, nach vielen Bedingungen spätestens bei Umzugsbeginn. Ohne Anpassung droht Unterversicherung, dann zahlt die Versicherung im Schadensfall unter Umständen nur anteilig. Nach vielen Bedingungen geht der Schutz auf die neue Wohnung über, und während einer begrenzten Übergangszeit sind beide Wohnungen versichert. Wie lange die alte Wohnung mitversichert bleibt und welche Schäden beim Transport gedeckt sind, steht in deinen Bedingungen.
Wer ist für Mängelbeseitigung in der Mietwohnung zuständig?
In der Regel der Vermieter. Er muss die Mietsache in einem vertragsgemäß nutzbaren Zustand halten (§ 535 BGB). Zeige Mängel unverzüglich an und nutze zur Beweissicherung möglichst Textform.
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