Umzug steuerlich absetzen: Das kannst du 2026 geltend machen

Ja, du kannst Umzugskosten steuerlich absetzen, wenn der Umzug beruflich veranlasst ist. Sie zählen dann nach § 9 Abs. 1 EStG als Werbungskosten in der Anlage N. Für sonstige Umzugsauslagen kannst du ohne Einzelbelege eine Pauschale ansetzen: 964 Euro für dich. Zusätzlich gelten 643 Euro für deinen Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner und für jedes ledige Kind, Stief- oder Pflegekind, das auch nach dem Umzug mit dir in häuslicher Gemeinschaft lebt (BMF-Schreiben vom 28.12.2023). Maßgeblich ist nicht der Umzugstag, sondern der Tag vor dem Einladen. Er muss nach dem 29.02.2024 liegen. Die Beträge sind für 2026 bisher unverändert (Stand: Oktober 2026). Sind deine anerkennungsfähigen sonstigen Umzugsauslagen höher als die Pauschale, kannst du stattdessen die vollständig nachgewiesenen tatsächlichen Kosten ansetzen. Private Anschaffungen wie neue Möbel werden dadurch nicht automatisch zu Werbungskosten. Transportkosten, doppelte Miete und weitere Posten kommen in tatsächlicher Höhe dazu. Bei einem privaten Umzug bleibt dir die Steuerermäßigung nach § 35a EStG für die Arbeitskosten der Umzugsfirma.

Hier erfährst du, wann ein Umzug als beruflich bedingt gilt, welche Kosten du ansetzen kannst, welche Belege du brauchst und wie du alles in der Steuererklärung einträgst. Dazu gibt es drei Rechenbeispiele.

Wann ist ein Umzug steuerlich beruflich bedingt?

Ein Umzug gilt als beruflich bedingt, wenn ein direkter Zusammenhang zwischen dem Wohnortwechsel und deiner Erwerbstätigkeit besteht. Das Finanzamt orientiert sich dabei an R 9.9 LStR.

Typische anerkannte Fälle sind:

  • Jobwechsel, Erstbeschäftigung oder Versetzung: Du nimmst eine Stelle an einem anderen Ort auf, auch nach einer Phase der Arbeitslosigkeit, oder dein Arbeitgeber versetzt dich.
  • Beendigung einer doppelten Haushaltsführung: Du verlegst deinen bisherigen Haupthausstand an den Beschäftigungsort und führst dort die Haushalte zusammen.
  • Wesentliche Fahrzeitverkürzung: Der Umzug verkürzt deinen täglichen Arbeitsweg (Hin- und Rückweg zusammen) um mindestens eine Stunde.
  • Umzug im überwiegenden Interesse des Arbeitgebers: Zum Beispiel, wenn du in eine Dienstwohnung ziehen sollst.

Ziehst du für eine Ausbildung oder ein Studium um, gelten besondere Regeln. Bei einer ersten Berufsausbildung oder einem Erststudium außerhalb eines Ausbildungsdienstverhältnisses gehören die Umzugskosten grundsätzlich zu den Ausbildungskosten als Sonderausgaben (§ 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG). Dafür gilt gemeinsam mit den übrigen eigenen Ausbildungskosten ein Höchstbetrag von 6.000 Euro pro Kalenderjahr. Bei einer weiteren Ausbildung nach abgeschlossener Erstausbildung oder bei einer Ausbildung im Dienstverhältnis kommt dagegen der Werbungskostenabzug in Betracht (§ 9 Abs. 6 EStG).

Ein rein privater Umzug, etwa in eine größere oder günstigere Wohnung, wegen einer Trennung oder weil dir das Viertel besser gefällt, reicht nicht. Auch ein Umzug allein, um erstmals ein häusliches Arbeitszimmer einzurichten, berechtigt nach dem BFH-Urteil vom 5. Februar 2025 (VI R 3/23) nicht zum Werbungskostenabzug. Das gilt auch, wenn du überwiegend im Homeoffice arbeitest. Liegt daneben ein eigenständiger beruflicher Grund vor, etwa ein Jobwechsel oder eine ausreichende Fahrzeitverkürzung, wird dieser gesondert geprüft.

Begründest du den Umzug mit einer Fahrzeitverkürzung, dokumentiere die üblichen Pendelzeiten vor und nach dem Umzug schriftlich, zum Beispiel mit einer Gegenüberstellung als Eigenbeleg und Routenplaner-Screenshots. Den beruflichen Anlass belegst du außerdem mit Arbeitsvertrag, Versetzungsschreiben oder einer Bescheinigung des Arbeitgebers.

Selbstständige können Umzugskosten bei betrieblicher Veranlassung als Betriebsausgaben ansetzen. Die Pauschale für sonstige Umzugsauslagen gilt aber nur für Arbeitnehmer. In besonderen Ausnahmefällen können Umzugskosten als außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG berücksichtigt werden, insbesondere bei einem nachweislich zwingend krankheitsbedingten Umzug. Entscheidend sind die gesetzlichen Voraussetzungen der Außergewöhnlichkeit und Zwangsläufigkeit. Grundsätzlich wird die zumutbare Belastung abgezogen.

Anzeige

💰 Umzug von der Steuer absetzen – hol dir dein Geld zurück

Testsieger¹ WISO Steuer zeigt dir dein Ergebnis sofort – ohne Warten, ohne Risiko.

★★★★★ 4,8 · über 129.000 Bewertungen 10× ausgezeichnet
Jetzt testen →

Absetzbare Kostenpositionen beim beruflichen Umzug

Wenn der Umzug beruflich veranlasst ist, trägst du diese Positionen als Werbungskosten in der Anlage N ein (Stand: Oktober 2026):

KostenpositionAbsetzbar alsHöhe / Regelung
Transportkosten / UmzugsfirmaWerbungskosten (§ 9 EStG)In tatsächlicher Höhe, Rechnung und Zahlungsnachweis nötig (auch bei Mietwagen und bezahlten Helfern)
Reisekosten: Fahrten zur Wohnungssuche und UmzugsfahrtWerbungskostenIn angemessenem Umfang, mit dem Privat-Pkw zum Beispiel mit 0,30 Euro je gefahrenem Kilometer, mit Aufzeichnung von Datum, Ziel und Kilometern
Doppelte Miete, neue WohnungWerbungskostenAb Kündigung bis zum Umzug, soweit die Doppelbelastung unvermeidbar war
Doppelte Miete, alte WohnungWerbungskostenAb Umzug bis zum Ende der ordentlichen Kündigungsfrist
Maklergebühren (nur Mietwohnung)WerbungskostenOrtsübliche Provision, wenn du sie selbst getragen hast, Rechnung nötig
Nachhilfe für KinderWerbungskostenBis zu 1.286 Euro je Kind, wenn nachgewiesen und umzugsbedingt (z. B. nach einem Schulwechsel)
Pauschale sonstige Umzugsauslagen, BerechtigterWerbungskosten pauschal964 Euro, kein Einzelnachweis nötig (höhere nachgewiesene, anerkennungsfähige Kosten sind stattdessen möglich)
Pauschale, Ehegatte/eingetragener Lebenspartner und ledige KinderWerbungskosten pauschal643 Euro je Person, wenn sie auch nach dem Umzug mit dir in häuslicher Gemeinschaft leben
Pauschale, Berechtigter ohne eigene WohnungWerbungskosten pauschal193 Euro, wenn du am Tag vor dem Einladen keine eigene Wohnung hattest oder nach dem Umzug keine eingerichtet hast (z. B. Auszug aus dem Elternhaus)

Die Pauschalen stammen aus dem BMF-Schreiben vom 28.12.2023. Sie gelten, wenn der Tag vor dem Einladen des Umzugsguts nach dem 29.02.2024 liegt. Für 2026 sind sie bisher unverändert. Sie stehen nur Arbeitnehmern zu und nicht bei doppelter Haushaltsführung. Die Pauschale deckt sonstige Umzugsauslagen ab, zum Beispiel Trinkgelder für Umzugshelfer oder Ummeldekosten. Dafür brauchst du keine Einzelbelege. Du setzt sie zusätzlich zu den belegbaren Hauptkosten an, etwa Transport, Reisekosten oder doppelte Miete.

Den Zuschlag von 643 Euro gibt es nicht allein aufgrund einer Partnerschaft ohne Ehe oder Eintragung. Eine eigene Wohnung im Sinne der 193-Euro-Regel kann auch eine Mietwohnung sein.

Sind deine anerkennungsfähigen sonstigen Umzugsauslagen höher als die Pauschale, kannst du stattdessen die vollständig nachgewiesenen tatsächlichen Kosten ansetzen. Private Anschaffungen, etwa neue Möbel, werden dadurch nicht automatisch zu Werbungskosten. Für dieselben Auslagen darfst du Pauschale und Einzelkosten nicht addieren. Steuerfreie Erstattungen deines Arbeitgebers musst du berücksichtigen, denn dieselben Aufwendungen darfst du nicht nochmals abziehen.

Beispiel 1: Familie mit zwei Kindern zieht wegen einer Versetzung um.
Die Rechnung der Umzugsfirma beträgt 2.800 Euro. Dazu kommt die Pauschale: 964 Euro für den Arbeitnehmer plus 3 × 643 Euro für Ehefrau und zwei Kinder, zusammen 2.893 Euro. Die Werbungskosten betragen damit 5.693 Euro. Schöpfen deine übrigen Werbungskosten den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro bereits aus, wirken die 5.693 Euro voll. Bei einem Grenzsteuersatz von 30 Prozent sind das vereinfacht rund 1.708 Euro Steuerersparnis. Ohne weitere Werbungskosten wirkt nur der Teil über dem Pauschbetrag: 5.693 − 1.230 = 4.463 Euro. Bei konstant 30 Prozent sind das rund 1.339 Euro. Nachhilfekosten für die Kinder kommen bei Nachweis zusätzlich dazu, bis zu 1.286 Euro je Kind. Hat der Arbeitgeber Kosten steuerfrei erstattet, ziehst du diese Beträge ab.

Beispiel 2: Alleinstehender Arbeitnehmer zieht berufsbedingt von München nach Hamburg.
Markus (35, ledig) zieht im Februar 2026 um. Er hat folgende Kosten:

  • Umzugsspedition: 2.400 Euro
  • Fahrten zur Wohnungssuche (insgesamt 1.600 km mit dem Privatwagen, 0,30 Euro je km): 480 Euro
  • Maklergebühr für die neue Wohnung (von ihm selbst getragen): 1.800 Euro
  • Umzugskostenpauschale für Berechtigte: 964 Euro

Summe der ansetzbaren Kosten: 5.644 Euro

Angenommen, sein Grenzsteuersatz liegt vereinfacht bei 35 Prozent. Hat Markus auch ohne den Umzug schon mindestens 1.230 Euro Werbungskosten, sparen ihm die 5.644 Euro rund 1.975 Euro Steuern. Hat er sonst keine Werbungskosten, wirkt sich nur der Teil über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro aus. Das sind 4.414 Euro und damit rund 1.545 Euro Ersparnis. Die Fahrten sind mit der Kilometerpauschale angesetzt, das sind nicht automatisch die tatsächlich gezahlten Kosten. Die Umzugspauschale gleicht zusätzlich kleine Nebenkosten aus, für die er keine Belege sammeln musste. Das Beispiel ist vereinfacht. Dein Steuersatz und dein Ergebnis hängen von deinem Einkommen ab.

Doppelte Miete beim Umzug steuerlich absetzen

Doppelte Miete entsteht, wenn du für eine kurze Zeit zwei Wohnungen bezahlst. Bei einem beruflich veranlassten Umzug kannst du diese Kosten als Werbungskosten ansetzen, soweit die Doppelbelastung nicht zu vermeiden war. Eine feste „3-Monats-Regel“ gibt es nicht. Maßgeblich ist der Zeitraum (BFH, Urteil VI R 2/11):

  • Neue Wohnung: Die Miete zählt in der Regel ab der Kündigung bis zum Umzug, soweit die Doppelbelastung unvermeidbar war.
  • Alte Wohnung: Die Miete zählt ab dem Umzug bis zum Ende der ordentlichen Kündigungsfrist.

Das Finanzamt prüft, ob du die Doppelbelastung hättest vermeiden können, etwa durch frühere Kündigung oder einen Nachmieter. Kündige deshalb rechtzeitig: Die Kündigung muss dem Vermieter bis zum 3. Werktag eines Monats zugehen, dann endet das Mietverhältnis mit Ablauf des übernächsten Monats (§ 573c BGB). Bewahre beide Mietverträge, das Kündigungsschreiben und den Nachweis des Umzugstermins auf.

Beispiel 3: Doppelte Miete für die alte Wohnung.
Ein Arbeitnehmer wechselt zum 1. März 2026 den Job und zieht an diesem Tag in die neue Wohnung. Die alte Wohnung kostet 900 Euro Miete, die Kündigungsfrist endet am 31. Mai 2026. Für März bis Mai fallen 3 × 900 Euro = 2.700 Euro für die alte Wohnung an. Die Miete der neuen Wohnung ab dem Einzug zählt zu den normalen Wohnkosten und ist nicht absetzbar. Ist der Arbeitnehmer-Pauschbetrag durch andere Werbungskosten bereits ausgeschöpft, ergeben sich bei 35 Prozent Grenzsteuersatz vereinfacht 945 Euro Ersparnis. Ohne weitere Werbungskosten wirken nur 2.700 − 1.230 = 1.470 Euro, bei konstant 35 Prozent sind das rund 515 Euro.

Private Umzüge: Haushaltsnahe Dienstleistungen nach § 35a EStG

Ist dein Umzug nicht beruflich veranlasst, kannst du keine Werbungskosten ansetzen. Dann hilft die Steuerermäßigung nach § 35a EStG: 20 Prozent der Arbeitskosten der Umzugsfirma ziehst du direkt von der Steuerschuld ab. Begünstigt sind die ausgewiesenen Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten einschließlich der darauf entfallenden Umsatzsteuer, nicht die Materialkosten. Die Steuerermäßigung beträgt höchstens 4.000 Euro pro Jahr. Dafür wären 20.000 Euro begünstigte Kosten nötig. Der Höchstbetrag gilt für alle haushaltsnahen Dienstleistungen zusammen (§ 35a Abs. 2 EStG) und grundsätzlich je Haushalt, nicht je Person. Zwei zusammenlebende Alleinstehende können ihn für ihren gemeinsamen Haushalt also nur einmal nutzen. Beträge, die du etwa für eine Reinigungskraft schon geltend machst, mindern den Spielraum. Für Handwerkerleistungen, etwa Renovierungsarbeiten, gilt ein eigener, ebenfalls haushaltsbezogener Höchstbetrag von 1.200 Euro pro Jahr.

Du brauchst eine Rechnung, auf der Arbeits- und Materialkosten getrennt stehen, und musst unbar zahlen. Barzahlungen erkennt das Finanzamt nicht an. Die Arbeitskosten darfst du nicht selbst schätzen. Soweit Aufwendungen Werbungskosten oder Betriebsausgaben darstellen, ist § 35a EStG ausgeschlossen. Das gilt auch dann, wenn sie wegen des Arbeitnehmer-Pauschbetrags keine zusätzliche Steuerersparnis bringen. Ein Wahlrecht zwischen beiden Abzugswegen gibt es für dieselben Kosten nicht. Bei Zweifeln hilft ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein.

Belege und Nachweise: Was du aufbewahren solltest

Das Finanzamt kann Nachweise anfordern. Ohne Beleg riskierst du, dass der Abzug gestrichen wird. Bewahre die Unterlagen mindestens auf, bis dein Steuerbescheid bestandskräftig ist:

  • Nachweis der beruflichen Veranlassung: Versetzungsschreiben, Arbeitsvertrag mit neuem Dienstort oder Eigenbeleg zur Fahrzeitverkürzung
  • Rechnungen aller Dienstleister: bei der Umzugsfirma mit getrennt ausgewiesenen Arbeitskosten, jeweils mit Zahlungsnachweis
  • Mietverträge alt und neu: inklusive Kündigungsschreiben, Mietzahlungen sowie Ein- und Auszugsdatum
  • Maklerrechnung: nur bei Mietwohnungen absetzbar, nicht beim Kauf
  • Fahrten zur Wohnungssuche und Umzugsfahrt: Aufzeichnung mit Datum, Start, Ziel und gefahrenen Kilometern
  • Nachhilferechnungen: je Kind bis zu 1.286 Euro, mit Rechnung des Anbieters
  • Erstattungen vom Arbeitgeber: Was dein Arbeitgeber steuerfrei erstattet hat, kannst du nicht zusätzlich als Werbungskosten ansetzen. Halte fest, was erstattet wurde.

Für die Pauschalen (964 Euro, 643 Euro, 193 Euro) brauchst du keine Einzelbelege. Setzt du stattdessen höhere tatsächliche sonstige Umzugsauslagen an, musst du sie vollständig belegen. Für alle anderen Positionen solltest du ebenfalls Belege haben.

So trägst du Umzugskosten in der Steuererklärung ein

Tatsächlich bezahlte Umzugskosten setzt du grundsätzlich in der Steuererklärung für das Kalenderjahr an, in dem du sie bezahlt hast (§ 11 Abs. 2 EStG). Eine 2025 bezahlte Rechnung gehört daher grundsätzlich in die Steuererklärung 2025, auch wenn du diese erst 2026 abgibst. Fallen Zahlungen in unterschiedliche Jahre, etwa Maklerkosten im Dezember und die Spedition im Januar, ordnest du sie entsprechend zu. Für die Höhe der Umzugskostenpauschale ist dagegen der Tag vor dem Einladen maßgeblich.

Umzugskosten als Werbungskosten trägst du in der Anlage N bei den weiteren Werbungskosten ein. Umzugskosten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung gehören dagegen in die Anlage N-Doppelte Haushaltsführung. Selbstständige erfassen betrieblich veranlasste Kosten je nach Einkunftsart als Betriebsausgaben. Die genaue Zeile unterscheidet sich je nach Steuerjahr und Formularversion. Folge am besten der Anleitung in ELSTER.

Beachte dabei:

  • Addiere alle Einzelpositionen und die Pauschale, oder gib sie aufgeschlüsselt ein, je nach Formular.
  • Bei ausreichend hohen Arbeitnehmereinnahmen bringen Umzugskosten normalerweise erst dann eine zusätzliche Steuerentlastung, wenn deine gesamten Werbungskosten den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro übersteigen.
  • Entstehen beruflich veranlasste Kosten schon vor dem ersten Arbeitsbeginn und hast du im Zahlungsjahr keine oder nur geringe entsprechende Einnahmen, können negative Einkünfte entstehen. Dafür kommt gegebenenfalls ein Verlustrücktrag oder Verlustvortrag infrage.
  • Hat dein Arbeitgeber Kosten steuerfrei erstattet, trägst du nur den Rest ein, den du selbst getragen hast.
  • Bei privaten Umzügen (§ 35a EStG) trägst du die Kosten in der Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen ein, nicht in der Anlage N.

Was dein Umzug insgesamt kostet, kannst du vorab mit unserem Umzugskostenrechner abschätzen. Als unverbindliche Richtwerte (Stand: Oktober 2026) nennt er für einen lokalen Umzug mit 2 bis 3 Zimmern mit Firma 800 bis 1.650 Euro und für einen Fernumzug über 200 bis 400 km 1.350 bis 3.200 Euro. Volumen, Leistungsumfang und Region können den Preis deutlich verändern. Maßgeblich ist das konkrete Angebot. Ob und wie viel davon absetzbar ist, hängt vom Anlass deines Umzugs ab.

Anzeige

💰 Umzug von der Steuer absetzen – hol dir dein Geld zurück

Testsieger¹ WISO Steuer zeigt dir dein Ergebnis sofort – ohne Warten, ohne Risiko.

★★★★★ 4,8 · über 129.000 Bewertungen 10× ausgezeichnet
Jetzt testen →

Wie viel Steuer sparst du durch die Umzugskostenpauschale?

Rechenbeispiel: Ein Alleinlebender mit ausreichend hohen Arbeitnehmereinnahmen, der beruflich umzieht, setzt allein mit der Pauschale 964 Euro als Werbungskosten an. Das liegt unter dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro und bringt deshalb für sich allein noch keine zusätzliche Steuerersparnis. Rund 289 Euro ergeben sich bei 30 Prozent Grenzsteuersatz vereinfacht nur, wenn der Pauschbetrag bereits durch andere Werbungskosten ausgeschöpft ist. Prüfe vor der Steuererklärung, ob das BMF die Beträge für dein Umzugsjahr angepasst hat.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Wende dich für deine persönliche Situation an einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein.

Häufige Fragen

Wann ist ein Umzug steuerlich beruflich bedingt?

Ein Umzug gilt als beruflich bedingt bei Jobwechsel, Versetzung oder Erstbeschäftigung, bei Beendigung einer doppelten Haushaltsführung, bei einer Verkürzung des täglichen Arbeitswegs um mindestens eine Stunde oder bei einem Umzug im überwiegenden Interesse des Arbeitgebers (R 9.9 LStR).

Wie hoch ist die Umzugskostenpauschale 2026?

Die Pauschale beträgt 964 Euro für den Berechtigten und 643 Euro für Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner sowie für jedes ledige Kind, Stief- oder Pflegekind in häuslicher Gemeinschaft. Der Satz von 193 Euro gilt, wenn du am Tag vor dem Einladen keine eigene Wohnung hattest oder nach dem Umzug keine eingerichtet hast. Die Beträge stammen aus dem BMF-Schreiben vom 28.12.2023 und sind für 2026 bisher unverändert (Stand: Oktober 2026). Sind deine anerkennungsfähigen sonstigen Umzugsauslagen höher, kannst du stattdessen die nachgewiesenen tatsächlichen Kosten ansetzen.

Wie lange kann man doppelte Miete beim Umzug absetzen?

Es gibt keine feste Monatsgrenze. Die Miete der neuen Wohnung zählt in der Regel ab der Kündigung bis zum Umzug. Die Miete der alten Wohnung zählt ab dem Umzug bis zum Ende der ordentlichen Kündigungsfrist. Voraussetzung ist ein beruflich veranlasster Umzug und eine nicht vermeidbare Doppelbelastung.

Kann ich einen Umzug wegen Homeoffice von der Steuer absetzen?

Nein, wenn du nur umziehst, um erstmals ein häusliches Arbeitszimmer einzurichten. Das hat der BFH mit Urteil vom 5. Februar 2025 (VI R 3/23) entschieden. Liegt daneben ein eigenständiger beruflicher Grund vor, etwa ein Jobwechsel oder eine ausreichende Fahrzeitverkürzung, wird dieser gesondert geprüft.

Was kann ich bei einem privaten Umzug steuerlich absetzen?

Werbungskosten kannst du bei einem privaten Umzug nicht ansetzen. Du kannst aber nach § 35a EStG 20 Prozent der ausgewiesenen Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten der Umzugsfirma von der Steuerschuld abziehen, höchstens 4.000 Euro Steuerermäßigung pro Jahr. Der Höchstbetrag gilt für alle haushaltsnahen Dienstleistungen zusammen und grundsätzlich je Haushalt, nicht je Person. Du musst unbar zahlen und eine Rechnung mit getrennt ausgewiesenen Arbeitskosten haben. In besonderen Ausnahmefällen, insbesondere bei einem nachweislich zwingend krankheitsbedingten Umzug, können außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG in Betracht kommen.

Kann ich Umzugskosten für Ausbildung oder Studium absetzen?

Das hängt von der Art der Ausbildung ab. Bei einer ersten Berufsausbildung oder einem Erststudium außerhalb eines Ausbildungsdienstverhältnisses gehören die Umzugskosten grundsätzlich zu den Ausbildungskosten als Sonderausgaben, gemeinsam mit den übrigen eigenen Ausbildungskosten bis 6.000 Euro pro Kalenderjahr. Bei einer weiteren Ausbildung nach abgeschlossener Erstausbildung oder in einem Ausbildungsdienstverhältnis kommt der Werbungskostenabzug in Betracht.

Sind Maklergebühren beim beruflichen Umzug absetzbar?

Ja, aber nur für Mietwohnungen und nur bei einem beruflich veranlassten Umzug. Ortsübliche Maklerprovisionen kannst du dann mit Rechnung als Werbungskosten ansetzen, wenn du sie selbst getragen hast. Beim Kauf einer Immobilie gilt das nicht.

Was gilt, wenn mein Arbeitgeber Umzugskosten erstattet?

Was dein Arbeitgeber steuerfrei erstattet, kannst du nicht zusätzlich als Werbungskosten ansetzen. Du trägst nur den Teil ein, den du selbst getragen hast. Halte fest, welche Kosten erstattet wurden.

Kann ich als Selbstständiger Umzugskosten absetzen?

Ja, wenn der Umzug betrieblich veranlasst ist. Dann setzt du die Kosten als Betriebsausgaben an. Die Pauschale für sonstige Umzugsauslagen gilt aber nur für Arbeitnehmer.

Anzeige
🏆 Testsieger¹ 10× ausgezeichnet Nr. 1 für deine Steuer

Hol dir dein Geld zurück!

Sieh sofort, ob es sich lohnt: WISO Steuer zeigt dir dein Ergebnis direkt – ohne Warten, ohne Risiko.

💡 Schon gewusst? Ein berufsbedingter Umzug ist steuerlich absetzbar – allein die Umzugskostenpauschale bringt oft mehrere hundert Euro zurück.
  • Einfach loslegen – WISO Steuer macht den Rest
  • Schneller, genauer und mit noch mehr Tipps
  • So hast du deine Steuer noch nie gemacht
★★★★★ 4,8 basierend auf 129.609
Bewertungen seit 2019
WISO Steuer jetzt testen → Ergebnis sofort sehen – kostenlos starten

¹ Testsieger laut Herstellerangaben. Anzeige: Bei Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts.

Die Redaktion von umzug-kostenrechner.de besteht aus Experten für Umzugsplanung, Kostenanalyse und Verbraucherberatung. Wir recherchieren aktuelle Marktpreise, prüfen Anbieter und erstellen praxisnahe Ratgeber – unabhängig und werbefrei in der redaktionellen Bewertung.
Mehr über uns

2 Kommentare zu „Umzug steuerlich absetzen: Das kannst du 2026 geltend machen“

Die Kommentare sind geschlossen.

📦 Was kostet dein Umzug?
✕