Kurze Antwort: Du musst die Wohnung beim Auszug besenrein übergeben. Das heißt: Müll und persönliche Gegenstände raus, Böden gefegt oder gesaugt, grobe Verschmutzungen beseitigt. Eine Grundreinigung auf Hochglanz ist ohne wirksame Vereinbarung nicht nötig. Formularklauseln, die dich pauschal zur Endreinigung durch eine Fachfirma auf deine Kosten verpflichten, sind häufig unwirksam. Ob im Einzelfall mehr verlangt werden kann, hängt vom Mietvertrag und vom Zustand der Wohnung ab.
Was bedeutet „besenrein“ bei der Wohnungsübergabe?
Besenrein ist kein gesetzlich definierter Begriff. § 546 BGB regelt nur, dass du die Mietsache nach Ende des Mietverhältnisses zurückgeben musst. Was dabei als ordnungsgemäß sauber gilt, hat die Rechtsprechung herausgearbeitet. Mieter und Vermieter haben oft unterschiedliche Vorstellungen davon, deshalb gibt es bei der Übergabe häufig Streit. Als Orientierung gilt:
- Böden gefegt oder gesaugt, grobe Verschmutzungen beseitigt
- Kein Müll und keine persönlichen Gegenstände in der Wohnung
- Mitvermietete Nebenräume wie Keller oder Abstellraum geräumt und von groben Verschmutzungen befreit, dazu können zum Beispiel Spinnweben gehören
- Küche und Bad nicht übermäßig verschmutzt, also keine verkrusteten oder stark verschmutzten Flächen
- Fenster putzen gehört nach üblichem Verständnis nicht dazu
- Keine Grundreinigung von Fugen, Dichtungen oder Schränken
Was besenrein nicht verlangt: makellos saubere Fenster, polierte Heizkörperrippen oder gereinigte Rollladenkästen. Die Grenze ist im Einzelfall fließend. Hast du die Wohnung stark verschmutzt oder beschädigt, kann der Vermieter Schadensersatz verlangen.
Welche Reinigungsklauseln im Mietvertrag sind wirksam?
Viele Mietverträge enthalten Klauseln zur Endreinigung. Nicht alle halten einer rechtlichen Prüfung stand. Formularklauseln unterliegen der AGB-Kontrolle (§ 307 BGB): Sie sind unwirksam, wenn sie den Mieter unangemessen benachteiligen. Zum Umfang einer vereinbarten besenreinen Rückgabe hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass nur grobe Verschmutzungen zu beseitigen sind (Urteil vom 28.06.2006, VIII ZR 124/05). Die folgende Tabelle zeigt typische Fälle als Orientierung. Entscheidend bleibt der genaue Wortlaut deines Vertrags.
| Klauseltyp | Wirksam? | Beispiel |
|---|---|---|
| Besenreine Übergabe | ✅ Ja | „Mieter gibt Wohnung besenrein zurück“ |
| Professionelle Reinigungsfirma pauschal | ❌ In der Regel nein | „Endreinigung durch Fachfirma auf Mieterkonto“ |
| Fensterputzen bei Auszug | ⚠️ Nur bei klarer, wirksamer Vereinbarung | „Fenster sind geputzt zu übergeben“ |
| Teppichreinigung beim Auszug | ⚠️ Vertragsabhängig | Gewöhnliche Reinigung, Grundreinigung und Pflicht zur Firmenbeauftragung getrennt prüfen; normale Abnutzung allein begründet keinen Schadensersatz |
| Reinigung bei tatsächlich verursachten Schäden | ✅ Ja (als Schadensersatz) | Fettflecken an Wänden durch Mieter verursacht |
Manche Vermieter versuchen trotz unwirksamer Klauseln, Kosten einzubehalten. Hebe deshalb alle Belege auf und verlasse dich nicht auf mündliche Zusagen beim Übergabetermin.
Wie sauber muss die Wohnung beim Auszug wirklich sein?
Die Frage lässt sich in zwei Ebenen aufteilen: gesetzliche Pflicht und vertragliche Zusatzvereinbarung.
Gesetzliche Pflicht: Besenrein ist die Untergrenze. Sie gilt auch ohne ausdrückliche Vertragsklausel.
Vertragliche Zusatzvereinbarungen: Wurde wirksam vereinbart, dass bestimmte Bereiche gereinigt übergeben werden müssen, zum Beispiel Backofen oder Badezimmerfliesen, bist du daran gebunden. Die Vereinbarung muss klar formuliert sein. Pauschale Formularklauseln sind dagegen oft angreifbar.
Beispiel: Anna zieht nach fünf Jahren aus einer 70-Quadratmeter-Wohnung aus. Ihr Formularmietvertrag verlangt eine „professionell gereinigte“ Rückgabe. Der Vermieter will die Kosten für eine Reinigungsfirma von der Kaution abziehen. Ob die Klausel wirksam ist und welchen Reinigungsstandard sie verlangt, lässt sich ohne Prüfung des gesamten Vertrags nicht sicher beurteilen. Entscheidend ist unter anderem, ob Anna selbst fachgerecht reinigen darf oder zwingend eine Firma beauftragen soll. Ein Kautionsabzug ist allein wegen dieser Formulierung nicht gerechtfertigt. Im Zweifel lohnt sich eine Prüfung durch einen Mieterverein.
Was kostet eine professionelle Endreinigung?
Du musst keine Reinigungsfirma beauftragen, wenn keine wirksame Pflicht besteht. Willst du dir die Arbeit trotzdem sparen, hängen die Kosten vor allem von diesen Faktoren ab:
- Wohnungsgröße und Zustand der Wohnung
- Region: In Großstädten sind die Preise meist höher
- Umfang: mit oder ohne Fenster, Backofen, Kühlschrank
- Abrechnung: Festpreis oder Stundensatz, je nach Anbieter
Einen bundesweit einheitlichen Preis gibt es nicht. Verschmutzung, Fenster und Zusatzleistungen können den Gesamtpreis deutlich erhöhen. Hole am besten mehrere Angebote ein und lass dir einen Endpreis mit genauem Leistungsumfang schriftlich bestätigen. Wer selbst reinigt, spart die Kosten, muss aber den vereinbarten Standard erreichen.
Die Reinigung ist nur ein Posten beim Auszug. Was der Umzug selbst kostet, kannst du mit dem Umzugskostenrechner abschätzen. Als Richtwert (Stand: Oktober 2026) kostet ein lokaler Umzug mit Firma bei 2 bis 3 Zimmern etwa 800 bis 1.650 Euro. Die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem von Entfernung, Umzugsvolumen und Leistungsumfang ab und ergeben sich aus dem konkreten Angebot der Umzugsfirma.
Tipps für die Übergabe: So vermeidest du Abzüge von der Kaution
Mit einer systematischen Vorbereitung vermeidest du unnötige Konflikte:
- Übergabeprotokoll anfertigen: Lass dir den Zustand schriftlich bestätigen, am besten mit Fotos.
- Mietvertrag prüfen: Welche Reinigungspflichten enthält er? Achte auf den genauen Wortlaut und unterscheide zwischen vorgegebenen Formularklauseln und tatsächlich im Einzelnen ausgehandelten Vereinbarungen. Eine handschriftliche Ergänzung allein macht noch keine Individualvereinbarung.
- Mängel dokumentieren: Schäden, die schon beim Einzug da waren, musst du nicht beseitigen. Ein Einzugsprotokoll oder Fotos helfen dir dabei.
- Besenrein herstellen: Böden fegen oder saugen, Küche und Bad grob reinigen, Müll entfernen. Vergiss Keller und Abstellraum nicht.
- Backofen, Herd und Kühlschrank leeren und säubern: Stark verschmutzte Geräte kann der Vermieter beanstanden.
- Keine übertriebene Grundreinigung: Putze nicht stundenlang, wenn dazu keine Pflicht besteht.
Ein Protokoll, das beide Seiten unterschreiben, ist im Streitfall ein wichtiger Beleg. Lass Vorbehalte des Vermieters schriftlich festhalten. Ohne Protokoll steht oft Aussage gegen Aussage. Hast du eine geschuldete Reinigung nicht erledigt, muss der Vermieter dir grundsätzlich zunächst eine angemessene Frist zur Erledigung setzen. Gesetzliche Ausnahmen bleiben möglich. Bei Beschädigungen der Wohnung, die du schuldhaft verursacht hast, kann er dagegen grundsätzlich ohne vorherige Fristsetzung Schadensersatz verlangen.
Besenrein reicht in den meisten Fällen
Besenrein ist Pflicht, Hochglanz nicht. Pauschale Reinigungsklauseln in Formularverträgen sind häufig unwirksam. Prüfe deinen Mietvertrag, hinterlasse die Wohnung ordentlich und lass ein Übergabeprotokoll erstellen. Beauftrage keine teure Reinigungsfirma, wenn dazu keine wirksame Pflicht besteht.
Häufige Fragen
Muss ich die Wohnung bei der Übergabe professionell reinigen lassen?
Nein, in der Regel nicht. Du musst die Wohnung besenrein übergeben. Eine Pflicht zur professionellen Reinigung besteht nur bei einer wirksamen, klar vereinbarten Vertragsklausel. Pauschalklauseln in Formularverträgen sind häufig unwirksam.
Was bedeutet besenrein bei der Wohnungsübergabe?
Besenrein bedeutet: Böden gefegt, Müll entfernt, grobe Verschmutzungen beseitigt, auch in mitvermieteten Nebenräumen wie dem Keller. Fenster putzen, Fugen schrubben oder Heizkörper reinigen gehört üblicherweise nicht dazu. Der Maßstab ergibt sich aus der Rückgabepflicht nach § 546 BGB und der Rechtsprechung dazu.
Kann der Vermieter Kosten für eine Endreinigung von der Kaution abziehen?
Nur wenn du die Wohnung nicht ordnungsgemäß übergeben hast oder eine wirksame Reinigungsklausel im Vertrag steht. Unwirksame Pauschalklauseln berechtigen den Vermieter nicht zum Abzug. Hast du eine geschuldete Reinigung nicht erledigt, muss er dir grundsätzlich zunächst eine angemessene Frist setzen. Bei schuldhaft verursachten Beschädigungen kann er grundsätzlich ohne Frist Schadensersatz verlangen.
Muss ich Fenster putzen, bevor ich die Wohnung übergebe?
In der Regel nein. Fensterputzen gehört nicht zur Besenrein-Pflicht. Eine Pflicht besteht nur, wenn das im Mietvertrag wirksam vereinbart wurde.
Was kostet eine professionelle Endreinigung beim Auszug?
Einen bundesweit einheitlichen Preis gibt es nicht. Die Kosten hängen von Wohnungsgröße, Zustand, Region und Leistungsumfang ab. Fenster und Zusatzleistungen können den Preis erhöhen. Hole mehrere Angebote ein und lass dir Endpreis und Umfang schriftlich bestätigen.
Die Redaktion von umzug-kostenrechner.de besteht aus Experten für Umzugsplanung, Kostenanalyse und Verbraucherberatung. Wir recherchieren aktuelle Marktpreise, prüfen Anbieter und erstellen praxisnahe Ratgeber – unabhängig und werbefrei in der redaktionellen Bewertung.
Mehr über uns
