Kurze Antwort: Du musst die Wohnung beim Auszug besenrein übergeben. Das bedeutet: grob gereinigt, kein Müll, keine losen Verschmutzungen – aber keine Grundreinigung auf Hochglanz. Ob darüber hinaus eine Endreinigung verlangt werden kann, hängt davon ab, was im Mietvertrag steht und ob entsprechende Klauseln rechtlich wirksam sind. Unwirksame Reinigungsklauseln – und davon gibt es laut Deutscher Mieterbund (Stand: Mai 2026) viele – können nicht durchgesetzt werden. Konkret: Pauschalforderungen wie „professionelle Reinigungsfirma auf Kosten des Mieters“ sind in der Regel unzulässig.
Was bedeutet „besenrein“ bei der Wohnungsübergabe?
Besenrein ist ein Rechtsbegriff aus dem deutschen Mietrecht und bezeichnet den Mindestzustand, in dem eine Wohnung zurückgegeben werden muss. Der Begriff stammt aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) – konkret aus § 546 BGB, der die Rückgabepflicht des Mieters regelt.
In der Praxis zeigt sich, dass viele Mieter und Vermieter unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was besenrein wirklich heißt. Das führt bei der Übergabe immer wieder zu Konflikten. Hier ist, was besenrein konkret bedeutet:
- Böden gefegt oder gesaugt, grobe Verschmutzungen beseitigt
- Kein Müll oder persönliche Gegenstände in der Wohnung
- Küche und Bad nicht übermäßig verschmutzt
- Fenster nicht geputzt (das ist kein Bestandteil von besenrein)
- Keine Grundreinigung von Fugen, Dichtungen oder Schränken erforderlich
Was besenrein nicht verlangt: makellos saubere Fenster, geputzte Heizkörperrippen oder gereinigte Rollladenkästen. Das geht über den gesetzlichen Mindeststandard hinaus.
Welche Reinigungsklauseln im Mietvertrag sind wirksam?
Viele Mietverträge enthalten Klauseln zur Endreinigung – doch nicht alle sind rechtlich haltbar. Laut einer Auswertung des Deutschen Mieterbundes (Stand: Mai 2026) sind rund 60 Prozent der in älteren Formularmietverträgen enthaltenen Reinigungsklauseln unwirksam, weil sie den Mieter unangemessen benachteiligen.
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in mehreren Urteilen klargestellt, was gilt:
| Klauseltyp | Wirksam? | Beispiel |
|---|---|---|
| Besenreine Übergabe | ✅ Ja | „Mieter gibt Wohnung besenrein zurück“ |
| Professionelle Reinigungsfirma pauschal | ❌ Nein | „Endreinigung durch Fachfirma auf Mieterkonto“ |
| Fensterputzen bei Auszug | ⚠️ Nur wenn individuell vereinbart | „Fenster sind geputzt zu übergeben“ |
| Teppichreinigung bei normalem Verschleiß | ❌ Nein | „Teppiche sind professionell zu reinigen“ |
| Reinigung bei tatsächlich verursachten Schäden | ✅ Ja | Fettflecken an Wänden durch Mieter verursacht |
Erfahrungsgemäß versuchen Vermieter trotz unwirksamer Klauseln, Kosten einzubehalten. Wichtig: Hebe dir alle Belege auf, und verlasse dich nicht auf mündliche Zusagen beim Übergabetermin.
Wie sauber muss die Wohnung beim Auszug wirklich sein?
Die Frage, wie sauber die Wohnung beim Auszug sein muss, lässt sich in zwei Ebenen aufteilen: gesetzliche Pflicht und vertragliche Zusatzvereinbarung.
Gesetzliche Pflicht: Besenrein – das ist die Untergrenze, die immer gilt, auch ohne ausdrückliche Vertragsklausel.
Vertragliche Zusatzvereinbarungen: Wenn im Mietvertrag wirksam vereinbart wurde, dass bestimmte Räume oder Flächen gereinigt übergeben werden müssen (zum Beispiel Backofen, Kühlschrank, Badezimmerfliesen), dann ist das bindend. Aber: Die Vereinbarung muss individuell und klar formuliert sein – Formularklauseln mit Pauschalforderungen scheitern regelmäßig vor Gericht.
Praxis-Szenario: Anna zieht nach fünf Jahren aus einer 70-Quadratmeter-Wohnung in München aus. Ihr Mietvertrag enthält den Satz „Wohnung ist professionell gereinigt zu übergeben“. Der Vermieter fordert 380 Euro für eine Reinigungsfirma. Anna widerspricht – zu Recht. Laut BGH-Rechtsprechung (Az. VIII ZR 316/06) ist eine solche Pauschalklausel in einem Formularvertrag unwirksam. Sie übergibt besenrein, der Vermieter kann keinen Abzug von der Kaution vornehmen.
Endreinigung Wohnung Übergabe: Was kostet eine professionelle Reinigung?
Wer auf Nummer sicher gehen will – oder dessen Mietvertrag eine wirksame Reinigungsklausel enthält – sollte wissen, was eine professionelle Endreinigung kostet. Die Preise variieren je nach Region, Wohnungsgröße und Anbieter stark.
Typische Kosten für eine Wohnungsreinigung bei Auszug (Stand: Mai 2026, Quellen: Verbraucherzentrale, lokale Reinigungsdienstleister):
- 40 m² Wohnung: ca. 150–250 Euro
- 70 m² Wohnung: ca. 250–420 Euro
- 100 m² Wohnung: ca. 380–600 Euro
Stundensätze für Reinigungsdienste liegen je nach Region zwischen 18 und 35 Euro pro Stunde. In Großstädten wie München, Hamburg oder Frankfurt ist der obere Bereich üblich. Wer selbst reinigt, spart diese Kosten vollständig – vorausgesetzt, die Eigenleistung erfüllt den vertraglich vereinbarten Standard.
Tipps für die Übergabe: So vermeidest du Abzüge von der Kaution
Am Markt hat sich bewährt, die Wohnungsübergabe systematisch vorzubereiten. Diese Checkliste hilft dir, unnötige Konflikte und Kautionsabzüge zu vermeiden:
- Übergabeprotokoll anfertigen: Lass dir den Zustand schriftlich bestätigen – am besten mit Fotos.
- Mietvertrag prüfen: Welche Reinigungsklauseln stehen drin? Sind sie wirksam?
- Mängel vor Auszug dokumentieren: Schäden, die schon beim Einzug vorhanden waren, müssen dir nicht angelastet werden.
- Besenrein herstellen: Böden fegen, Küche und Bad grob reinigen, Müll entfernen.
- Backofen und Kühlschrank entleeren und wischen: Das ist Standard und wird von Gerichten häufig als Teil der ordentlichen Rückgabe gewertet.
- Keine übertriebene Grundreinigung: Wer stundenlang putzt, obwohl er nicht muss, verschwendet Zeit und Geld.
In der Praxis zeigt sich: Ein vollständiges Übergabeprotokoll, das beide Parteien unterschreiben, ist das wichtigste Schutzinstrument für Mieter. Ohne Protokoll hast du im Streitfall schlechte Karten.
Fazit: Besenrein reicht in den meisten Fällen
Die Reinigungspflicht bei der Wohnungsübergabe ist klar geregelt: Besenrein ist Pflicht, Hochglanz ist es nicht. Viele Reinigungsklauseln in Formularverträgen sind unwirksam – das hat der BGH mehrfach bestätigt. Wer seinen Mietvertrag kennt, die Wohnung ordentlich hinterlässt und ein sauberes Übergabeprotokoll erstellt, ist auf der sicheren Seite. Lass dich nicht unter Druck setzen, eine teure Reinigungsfirma zu beauftragen, wenn dazu keine wirksame Pflicht besteht.
Häufige Fragen
Muss ich die Wohnung bei der Übergabe professionell reinigen lassen?
Nein, in der Regel nicht. Du musst die Wohnung besenrein übergeben. Eine Pflicht zur professionellen Reinigung besteht nur bei einer wirksamen, individuell vereinbarten Vertragsklausel – Pauschalklauseln in Formularverträgen sind meist unwirksam.
Was bedeutet besenrein bei der Wohnungsübergabe?
Besenrein bedeutet: Böden gefegt, Müll entfernt, grobe Verschmutzungen beseitigt. Fenster putzen, Fugen schrubben oder Heizkörper reinigen gehört nicht dazu. Es ist der gesetzliche Mindeststandard nach § 546 BGB.
Kann der Vermieter Kosten für eine Endreinigung von der Kaution abziehen?
Nur wenn du die Wohnung nicht besenrein übergeben hast oder eine wirksame Reinigungsklausel im Vertrag steht. Unwirksame Pauschalklauseln berechtigen den Vermieter nicht zum Abzug – das bestätigt der BGH in ständiger Rechtsprechung.
Muss ich Fenster putzen, bevor ich die Wohnung übergebe?
Nein, Fenster putzen ist kein Teil der gesetzlichen Besenrein-Pflicht. Eine Pflicht besteht nur, wenn das im Mietvertrag wirksam und individuell vereinbart wurde.
Was kostet eine professionelle Endreinigung beim Auszug?
Je nach Wohnungsgröße und Region: ca. 150–250 Euro für 40 m², ca. 250–420 Euro für 70 m². Stundensätze liegen zwischen 18 und 35 Euro (Stand: Mai 2026, Verbraucherzentrale).
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